Vier Surfprofis vom Windsurf World Cup Sylt im Porträt

 

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Amado Vrieswijk holt sich den Sieg (Windsurf World Cup 2015) © Foto von Verena Herber

 

4 Surfer, 4 Elemente –

auch ohne Wind ganz in ihrem Element

 

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Die vier interviewten Surfer und ihre Qualifikation ©Verena Herber

 

  • Adam Sims aus Großbritannien, Sieger in der Tow-in-Session (Freestyle), gefolgt von Ex-Weltmeister Steven van Broeckhoven aus Belgien und
  • Adrien Bosson aus Frankreich, dritter Platz in der Tow-in-Session (Freestyle)
  • Sam Esteve aus Frankreich, junges Talent, das sich für World Cup qualifiziert hat und noch viel Potential in sich birgt (Freestyle)
  • Aleix Sanllehy aus Spanien (Waves), ganz vorne dabei in der Disziplin Waves und Champion als Landsmann

 

„Auf ein Wiedersehen, Sylt!“, heißt es nach einem Jahr intensiven Trainings und spannender Wettkämpfe: Auch dieses Jahr lockt wieder eine Woche Power, Fun und Action weltweit Surfer der Spitzenklasse auf die vielseitig verzaubernde Insel Sylt. Es ist die letzte Station der PWA World Windsurfing Tour, das große Finale und zugleich die größte Herausforderung; denn die Königin der Nordsee ist immer für eine Überraschung gut: Wind, Wetter und Wellen sind an Unberechenbarkeit kaum zu überbieten.

Mit einem beeindruckenden Spektakel am Brandenburger Strand zog die Windsurf-Elite im vergangenen Jahr bei sommerlichen Temperaturen, blauem Himmel und viel Sonnenschein weit über Tausende von Zuschauern in ihren Bann.

Sonne, Strand und Meer – damit wurde in der Woche des Windsurf World Cup 2015 auf Sylt nicht gespart. Was wünscht sich der Insel-Urlauber mehr? Für die Windsurfer ist das keine Frage: Wind! Doch mit ein bisschen Improvisation waren die Surfer auch ohne Wind ganz in ihrem Element. Es gelang ihnen für frischen Wind auf dem Wasser und an Land beim Publikum zu sorgen.

Feuer, Wasser, Luft und Erde -welche Bedeutung haben diese vier Elemente für die vier Windsurf-Profis Adam Sims, Adrien Bosson, Sam Esteve und Aleix Sanllehy?

Feuer für das Element Wasser

In einem sind sich einig: Ihre Liebe zu dem Element Wasser ist zweifelsohne eine Liebe auf den ersten Blick. So ziemlich alle Sportarten, die durch dieses Element möglich sind, gehören in das sportliche Freizeit-Repertoire der vier Windsurf-Profis. Hauptsache Wellen, Meer und ein Brett unter den Füßen – alle vier Spitzensportler kehren zwischendurch gerne auch zu den Ursprüngen des Surfens zurück und reiten die Wellen ohne Segel ab.

Der Franzose Adrien Bosson, der den dritten Platz in der Tow-in-Session beim World Cup auf Sylt errungen hat, tauscht in seiner Freizeit auch mal Segel gegen Kite.

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Adam Sims

Der Brite Adam Sims, Sieger in der Tow-in-Session, greift manchmal auch zum Paddel und genießt neue Perspektiven von seinem SUP Board. Zudem springt er ebenso wie der Spanier Aleix Sanllehy,  nicht nur gerne aufs Board, sondern auch ins Boot, um die Segel zu setzen. 

Ihre große Liebe haben alle vier Wassersportler an das Windsurfen vergeben.

„Freedom, Extreme, Power“ – auf diese drei Worte haben sich die beiden Franzosen Sam Esteve und Adrien Bosson zusammen mit dem Briten Adam Sims geeinigt, um zum Ausdruck zu bringen, was sie auf dem Wasser empfinden.

Immer wieder ist in der Surfszene die Rede von der sogenannten „perfekten Welle“. Was denken unsere vier Profisportler darüber?

Die Freestyler Adam Sims und Adrien Bosson verraten im Interview, dass für sie jede Welle anders ist und ihren eigenen Charme hat. Es werde immer eine bessere geben und somit nie die perfekte.

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Aleix Sanllehy

Auf die Frage, ob er schon mal „die perfekte Welle“ mit dem Surfbrett ergriffen habe, antwortet der 26jährige Spanier Aleix Sanllehy: „Maybe yes, but I don’t know it.“ Sollte er je „die perfekte Welle“ reiten oder geritten haben, so denkt er, müsse dies das ultimative Freiheitsgefühl sein: „I will go free then.“ 

Aleix Sanllehy, der in der Disziplin „Wave“ ganz vorne dabei ist, beschreibt das unvergleichbare Gefühl, das ihn an sein Board fesselt, als „Freedom, Passion, best Sensation“.

Ich denke, diese Emotionen können viele Windsurfliebhaber, seien es Profisportler oder Hobbysurfer, nachempfinden. Mir zumindest geht es genauso, wenn ich auf dem Board stehe und um mich herum nur Wasser, Wind, Himmel und Natur: Surfen ist für denjenigen, der Feuer gefangen hat, kein Sport wie jeder andere, Surfen ist mehr als nur Sport – Surfen ist Leidenschaft, Lebensgefühl, Einssein mit sich selbst und der Natur, völlige Freiheit in Verbundenheit mit den Elementen.

Vom  Wasser zum Element Luft

Neben dem Element Wasser spielt auch das Element Luft für die Windsurfer eine große Rolle. Wind ist quasi ihr Lebenselexir. Wenn Wind und Welle richtig mitspielen, katapultieren sich die Profi-Surfer teilweise meterhoch zusammen mit Brett und Segel in die Luft. „It’s like flying“, beschreibt Aleix Sanllehy dieses wahnsinnige Gefühl.

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Sam Esteve

Auch die drei Freestyler Adam Sims, Adrien Bosson und Sam Esteve sind dieser Meinung. Es ist eine extreme Emotion voller „excitement“, sagen sie. Alle vier Windsurf-Profis haben schon als Kind vom Fliegen geträumt. Jetzt ist dieser Traum für sie ein Stück weit Wirklichkeit geworden.

„Adrenalin, Flying Sensation, Tension“ – mit diesen drei Ausdrücken beschreibt Aleix Sanllehy dieses einzigartige Gefühl, mit Brett und Segel durch die Luft zu fliegen. Faszination übt auf ihn zudem der freie Fall beim Bungee Jumping aus.

Von Wasser und Luft wieder zurück an Land: das Element Erde

Auch der Gewinner der diesjährigen Tow-in-Session auf der Insel Sylt, Adam Sims, ist immer auf dem Sprung, wenn nicht mit seinem Surfbrett aus dem Wasser oder einem Fallschirm in die Luft, dann auf heimatlicher Erde am Flughafen, um schnellstmöglich wieder andere Länder bereisen zu können.

Der Spanier Aleix Sanllehy hingegen verweilt gerne in seiner Heimatstadt Barcelona, insbesondere an seinem Lieblingsort – am oder eher auf dem Meer. Das Wichtigste in seinem Leben sind für ihn seine Familie, Freunde und natürlich Windsurfing.

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Adrien Bosson

Auch das junge gerade noch 18jährige Windsurf-Talent Sam Esteve ist zwischendurch gerne an Land mit seinen Freunden unterwegs und liebt es die Pisten unsicher zu machen. Mit seinem überragenden Gleichgewichtssinn gleitet der Franzose in seiner Freizeit auf Skiern oder Snowboard durch den Schnee, ähnlich wie sein Landsmann Adrien Bosson.

 

Auf der Insel Sylt hat den meisten Windsurfern – natürlich neben Sonne, Strand und Meer –  an Land insbesondere der SPA-Bereich in Westerland gefallen, wie die drei Freestyler berichteten.

„Auf ein Wiedersehen, Sylt!“, heißt es nun für die Windsurf-Elite und das heißt was es wortwörtlich heißt: Nach dem fast schon ein wenig wehmütigen Abschied im letzten Jahr folgt nun ein Wiedersehen. In der Woche vom 30. September bis 9. Oktober 2016 ist es wieder so weit und die Insel Sylt heißt die weltbesten Surfer erneut herzlich willkommen, hoffentlich auch dieses Jahr wieder mit viel Sonne, nur ein bisschen mehr Wind darf es diesmal sein!

Also auf ein Wiedersehen, Adam Sims, Adrien Bosson, Sam Esteve und Aleix Sanllehy!

 

 

Interview und Text von Verena Herber

 

 

Quelle – Bilder der interviewten Surfer: Facebook-Profile der Surfer (Rechte der Surfer eingeholt.)

 

2 Gedanken zu “Vier Surfprofis vom Windsurf World Cup Sylt im Porträt

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