Matthias Neumann – Veranstalter vom Windsurf World Cup Sylt – im Porträt

LIEBE AUF DEN ERSTEN BLICK:

Der Veranstalter des Windsurf World Cup und das Spiel mit den Naturgewalten – Verbindung von Wind, Wasser, Brett und Segel als Garant für ein Gefühl unendlicher Freiheit

FISCHE ist sein Sternzeichen, WASSER sein Element, WINDSURFING seine Leidenschaft. Matthias Neumann, geboren am 27. Februar 1962, ist Geschäftsführer der Agentur Act Agency aus Hamburg und veranstaltet seit 1990 den Windsurf World Cup. Seine Affinität zum Wasser begleitet ihn sein ganzes Leben lang. Stundenlang kann er die Windsurfer bei ihrem faszinierenden Spiel mit den Naturgewalten beobachten. Besonders spannend wurde es für ihn schon immer bei starkem Wind und hoher Welle. Je häufiger er die Interaktion zwischen Surfer, Wind und Wasser verfolgte, desto mehr drängte sich in ihm der Wunsch auf, selbst auf das Surfbrett zu springen.

Bereits als kleines Kind suchte Matthias Neumann immer die Nähe zum Wasser, beobachtete die Wassersportler und träumte davon, Kapitän zu werden. In seiner frühen Kindheit sowie später in den Schulferien verbrachte er sehr viel Zeit in Niendorf an der Ostsee, wo seine Mutter ein Ferienhaus leitete. Mit ungefähr 17 Jahren hat er sich dort sein erstes Windsurfmaterial geliehen und startete damit in den Wind.

Es war Liebe auf den ersten Blick: Sofort war er von dem Windsurfsport fasziniert und ihm wurde schnell bewusst, dass diese Beziehung lange währen wird. Durch Gelegenheitsjobs finanzierte er sich sein erstes Bord – ein „Windglider Mirage“. Schon bald hatte er durch das Abiturgeschenk seiner Eltern – einen Urlaub auf Sylt – Gelegenheit, seine Beziehung zu intensivieren. 1982 setzte Neumann zum ersten Mal seinen Fuß auf die Königin der Nordsee, Sylt. Auf der Insel erhielt er von dem Sylter Rettungsschwimmer Jürgen Hönscheid, der damals die Maßstäbe im deutschen Windsurfen setzte und sich hauptberuflich der neuen Sportart widmete, wertvolle Tipps und sogar die Chance, später beim ersten World Cup zu starten.

„Mein erster Windsurf Event auf Sylt war der „Toyota Race Contest“ mit einem Budget von 3.000 DM“, berichtete Neumann. Einige Jahre später hatte der damalige Organisator des Windsurf World Cups keinen Titelsponsor gefunden; Neumanns Chance, sich um diese Veranstaltung zu bewerben. Die Wassersportevents auf Sylt waren für ihn das Tor zu seinem heutigen Beruf und die Geburtsstunde seiner Agentur Act Agency, die sich als Marketingagentur in viele weitere Bereiche entwickelt hat und heute große namenhafte, nationale und internationale Unternehmen betreut.

Neumann hat der Insel Sylt unwahrscheinlich viel zu verdanken – beruflich wie privat. Doch nicht nur deswegen freut er sich jedes Jahr von Neuem darauf, sie mindestens für drei bis vier Wochen wiederzusehen; Neumanns Meinung nach natürlich viel zu wenig Zeit für einen seiner absoluten Lieblingsorte auf der ganzen Welt.

Der Hauptgrund für seine große Vorfreude auf den alljährlichen Sylt-Aufenthalt ist seine unendliche Liebe zu der Insel mit der stärksten Brandung aller deutschen Meeresküsten. Die Insel hat für ihn einen ganz besonderen Reiz. Er beschreibt sie als „schön, natürlich und energetisch“.

Voller Bewunderung und zugleich Respekt teilt Neumann seine persönliche Einschätzung der Wassersportbedingungen auf Sylt mit: „Die Sylter Brandung mit ihren oft unberechenbaren Wellen macht die Westseite der Insel zu einem der anspruchsvollsten Reviere der Welt.“ Für Neumann ist Sylt ganz klar Surfgebiet Nummer Eins.

Auch gefällt ihm die Lübecker Bucht bei starkem Nordost Wind, was jedoch leider sehr selten ist. Als Top Flachwassergebiet zum Trainieren empfiehlt er die Bucht Soma Bay in Ägypten. Sein Traumspot im Winter ist der Strand von Silver Sands auf Barbados.

Neumann sieht sich ebenso als passionierter Wassersportler wie Sylt-Fan. Neben der Brandung verbindet er mit der Insel ihre atemberaubende Dünenlandschaft und – vom Hindenburg Damm kommend – ihre einzigartige Silhouette. Auch wenn ihn natürlich mit Westerland, Tatort des Windsurf World Cups, am meisten verbindet, hat für Neumann jeder Inselort seinen Reiz und ist etwas ganz Besonderes.

Wenn Neumann nicht gerade vor den Sylter Küsten mit Wind, Brett und Segel unterwegs ist oder sich königlich beim Stand Up Paddling mit seinem Board fortbewegt, dann favorisiert er einen spaßig-spielerischen Strandtag mit seiner Tochter, kulinarische Genüsse mit seiner Frau und einen schönen Strandspaziergang inmitten der atemberaubenden Sylter Landschaft. Seine Familie steht für den Geschäftsführer, Veranstalter und passionierten Wassersportler an erster Stelle.

Aus eben diesem Grund zählen auch Robby Naish, vielfacher Weltmeister im Windsurfen, und sein fördender wie fordender Windsurf-Wegbegleiter, Jürgen Hönscheid, zu Neumanns Vorbildern im Windsurfing: Beide verbinden hervorragend mit absoluter Ausgeglichenheit Familie, Beruf und ihre Leidenschaft Windsurfing.

Von sehr großer Bedeutung ist es für Neumann, sein Leben so leben zu dürfen, wie er es derzeit lebt. Zu den wichtigsten Werten im Leben zählt für ihn auch Respekt vor der Leistung von anderen.

Mit Vorfreude sieht Neumann dem baldigen Windsurf World Cup Sylt entgegen, der für ihn v.a. Ausdruck von „Leidenschaft, Durchhaltevermögen, Freude und Respekt“ ist. Der alljährliche Windsurf World Cup Sylt, der in den Aufgabenbereich des Geschäftsführers Matthias Neumann fällt, zählt zu den weltweit wichtigsten und größten Windsurf-Veranstaltungen mit Zuschauern und Teilnehmern der Spitzenklasse aus aller Welt. In dieser Zeit wartet die Promenade mit verschiedensten kulinarischen Genüssen und einem bühnenreifen Rahmenprogramm auf. Bei einem Event derartiger Größe ist natürlich auch viel Prominenz vertreten. Für Neumann sind die wichtigsten Prominenten die Topstars der World Cup Szene: „Die leisten wirklich Unglaubliches!“ Aber auch sonst hat er bei diesem internationalen Event schon Prominente aus den verschiedensten Bereichen angetroffen, „z.B. Wladimir und Vitali Klitschko, Verona Pooth, Oliver Geissen, Dieter Bohlen, David Coulthard u.v.a.“.

Die internationale Windsurf-Elite ist an den Sylter Küsten vor besondere Herausforderungen gestellt: In einem der schwersten Wassersportreviere springen die Spitzensurfer auf ihre Boards, lassen sich wagemutig auf ein Spiel mit der unberechenbaren, meist hohen Welle ein und stürzen sich enthusiastisch in die Fänge des ebenso unberechenbaren, meist kräftigen Windes mit herbstlichen Sturmböen. Das sind Bedingungen, die selbst der Wassersport-Elite alles abverlangen und die Zuschauer bis zur letzten Minute mitfiebern lassen.

Für die interessierten Surfer unter Ihnen zwischendurch ein bisschen Windsurf-Fachvokabular: Der Windsurf World Cup Sylt ist der einzige deutsche Stop der PWA World Tour (Professional Windsurfers Association) und zudem der einzige Wettkampf, in dem wirklich alle drei offiziellen Disziplinen der PWA ausgetragen werden: Waveriding – die Königsdisziplin mit spektakulären Sprüngen direkt in der Brandungszone, Freestyle – die fantasiereichste Disziplin mit faszinierenden artistischen Manövern, Slalom – die actiongeladene Racing-Disziplin mit purem Wettkampf-Feeling. Für Neumann ist selbstverständlich das Waveriding die spektakulärste Disziplin aller Sportarten überhaupt, die er sowohl am liebsten beobachtet als auch am liebsten selbst ausübt: „Ich fahre Waveriding und Slalom, jedoch längst nicht mehr auf World Cup Niveau.“ Bei dem persönlichen Lieblingsmanöver des „Old-School“ Windsurfers, wie der Familienmensch sich selbst bezeichnet, handelt es sich um eine – ohne Geschwindigkeitsverlust mit dicht gezogenem Segel – durchgeglittene Powerhalse, wo das Segel fast im Wasser liegt. Bei richtig viel Wind findet Neumann einen Downwinder (Vorwindkurs) berauschend.

Von allen Sportarten steht Windsurfing für Neumann an erster Stelle. Sicherlich werden Sie sich beim Lesen von Neumanns Passion für das Element Wasser fragen, wie er zu anderen Wassersportarten steht. Im Kitesurfing möchte der begeisterte Wassersportler unbedingt noch mehr lernen. Beim Segeln fühlt er sich als Teammitglied in der Crew etabliert. Abgesehen vom Windsurfing, Matthias’ absoluter Number One, favorisiert er die neue Trendsportart Stand Up Paddling. Je nach Bedingungen fühlt er sich dabei wie ein Wellenreiter oder Ausdauersportler. Egal ob das Wasser unter seinem Surfboard eher ruhig ist oder sich mit wilden Wellen auftürmt: Beim SUP hat der Wassersportler immer großen Spaß. Zugleich ist SUP für den Geschäftsführer das perfekte Fitnesstraining für das Windsurfen. Seit er ca. fünf Mal in der Woche trainiert, fühlt er sich – spürbar – noch fitter als früher. Der wasseraffine Fisch mag zwar am liebsten Wasser im flüssigen Aggregatzustand, doch auch im Schnee war er bereits früher sportlich als verrückter Snowboarder – wie er sich selbst beschreibt – unterwegs.

Doch Windsurfing war, ist und bleibt seine absolute Lieblingssportart, seine große sportliche Liebe. Wenn Matthias Neumann – umgeben von Wind, Wasser und Natur – auf dem Surfbrett steht, die Kraft des Windes in Geschwindigkeit umsetzen kann und sich dem unvergleichbaren Fahrerlebnis hingeben darf, dann ist er ganz in seinem Element. „Windsurfen kann bei guten Bedingungen ein Gefühl unendlicher Freiheit geben“, schwärmt der Familienmensch, Geschäftsführer und Wassersportler. Liebe auf den ersten Blick kann also auch Beziehungen von langer Dauer hervorrufen. Schon längst hat Neumann mit Wind, Brett und Segel den Sport-Ehebund geschlossen.

Ganz nach seinem Lebensmotto „Genieße alles Gute, was Dir gegeben wird“, genießt der FAMILIENMENSCH sein Leben mit seiner über alles geliebten Familie, als WASSERSPORTLER auf dem Surfbrett das Spiel mit den Naturgewalten und als GESCHÄFTSFÜHRER der Act Agency seine erfüllenden Arbeitsaufgaben.

NEUMANNS PERSÖNLICHES REZEPT FÜR EINEN GUTEN WINDSURFER

Sollten auch Sie bei dem ganzen Enthusiasmus, den Neumann dem Windsurfen entgegenbringt, Lust auf diese Wassersportart bekommen haben, dann erfahren Sie nun Neumanns persönliche Einschätzung der Voraussetzungen:

„Um ein guter Windsurfer zu werden, bedarf es der Leidenschaft für den Sport, Spaß, Bewegungskoordination und der Liebe zum Wasser.“

DIE SUPERLATIVE IN NEUMANNS WINDSURF-LEBEN

  • Stärkste Windstärke, die Neumann schon gesurft ist: „Diesen Tag werde ich nie vergessen, das war auch der Tag des schweren Unfalls von Jürgen Henscheid vor vielen Jahren. Da war ich in Rantum vor der Sansibar draußen, es waren ca. 9 Bft.“ Diese Windstärke wird als Sturm bezeichnet, der vorherrschende Seegang als hohe See. Auf dem Meer bilden sich hohe Wellen mit verwehter Gischt und Brecher. Auf Land ist beim Gehen eine erhebliche Behinderung spürbar. Der Sturm wirft ganze Gartenmöbel um und verursacht kleinere Schäden an Häusern.
  • Höchste Welle, die Neumann schon gesurft ist: „Das war in Kapstadt an einem berüchtigten Spot mit dem Namen „Misty Cliffs“, ca. 5 Meter.“
  • Gefährlichste Situation, der Neumann beim Surfen selbst ausgesetzt war: „Vor ca. 5 Jahren musste ich bei einem starken Sturm auf der Ostsee einem ungeübten Fahrer ausweichen und verkantete in den Schlaufen. Ich verletzte mich mit einem Bänderriss. Das ist auf dem Meer ziemlich gefährlich.“

 

Interview und Text von Verena Herber 

 

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